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Der Fragilitäts-Check: Kennen Ihre Teams die Leitplanken?

  • Autorenbild: 36consulting
    36consulting
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Einfache Antworten gibt es nur auf zwei Arten von Fragen: ehrliche und unehrliche. Diese hier ist eine der ersten Art: Kennen Ihre Teams die Leitplanken, innerhalb derer sie eigenständig ohne Rückfrage entscheiden dürfen?

In unseren Beratungsmandaten taucht diese Frage regelmäßig auf. Und sie erzeugt fast immer dieselbe erste Reaktion: kurzes Zögern. Im Moment des Innehaltens zeigt sich, dass die Antwort nicht sofort abrufbar ist.


Woran erkennen Sie, wo Ihre Organisation steht?


In diesem Abschnitt finden Sie eine Skala, mit der Sie herausfinden, wo Ihre Organisation steht. Der Reifegrad und die Beschreibung, die am ehesten auf Ihre Organisation zutreffen, zeigen wo Sie stehen. Ein Ampelsystem im Anhang gibt Ihnen eine klare Einordnung.


Zustand 1

Alle wichtigen Entscheidungen landen beim Chef, obwohl das anders vorgesehen ist. Teams wissen nicht, wer für welche Entscheidungen zuständig ist, und fragen deshalb niemanden oder alle gleichzeitig. Der Unterschied zur alten Hierarchie ist formal festgehalten, in der Praxis kaum spürbar. Was als Selbstorganisationsinitiative begonnen hat, hat sich durch Gewohnheit und ohne aktive Entscheidung dazu informell wieder zentralisiert.

Ein Signal, das in fast jeder Organisation in diesem Zustand irgendwo auftaucht, ist: Führungskräfte, die Verantwortung formal abgegeben haben, treffen trotzdem die Entscheidungen – und wissen selbst nicht mehr genau, warum.


Zustand 2

Teams fragen trotz sachlicher Klarheit häufiger nach, was sie selbst entscheiden dürfen, weil die Kompetenzgrenze unklar ist. „Das muss ich kurz abstimmen" ist der häufigste Satz vor Entscheidungen, die niemand wirklich abstimmen müsste. Teams ziehen Führungskräfte regelmäßig hinzu – selbst bei Dingen, die ganz klar im Teambereich liegen. Das geschieht meist informell unter dem Deckmantel von „kurz abholen" oder „mal fragen". Das Selbstorganisationsmodell existiert, aber mit spürbaren Reibungsverlusten.


Zustand 3

Teams treffen täglich operative Entscheidungen, ohne Führungskräfte einzubeziehen. Das ist so gewollt, bekannt und gelebte Praxis. Wenn jemand fragt „Darf ich das entscheiden?", gibt es eine klare Antwort entlang eines definierten Weges. Bauchgefühl spielt keine Rolle. Führungskräfte sind kein Engpass und Abstimmungswege sind kurz, weil klar ist, was abgestimmt werden muss und was nicht.


Auflösung des Checks

In welchem Zustand sehen Sie Ihre Organisation?

  • Zustand 1 = Rot. Sie haben akuten Handlungsbedarf.

  • Zustand 2 = Gelb. Es bestehen erste Warnsignale.

  • Zustand 3 = Grün. Die Leitplanken sind bekannt und wirksam.


Ihr konkreter nächster Schritt

Zögern Sie bei der folgenden Frage? „Kennen meine Teams die Leitplanken, innerhalb derer sie eigenständig ohne Rückfrage entscheiden dürfen?"

Wenn ja, ist das Information. Es zeigt, dass die Antwort unklar ist, was meistens darauf zurückzuführen ist, dass Leitplanken fehlen, klare Kommunikation benötigen oder einfach nicht gelebt werden. Identifizieren Sie daher in den nächsten zwei Wochen ein einziges Entscheidungsfeld in Ihrer Organisation und formulieren dafür den Leitplanken-Satz: „In diesem Bereich entscheiden wir ohne Freigabe, solange…"


Gehen Sie schrittweise vor, nicht für die gesamte Organisation und alle Teams gleichzeitig. Beginnen Sie mit einem Bereich, in dem die Antwort klar genug ist, um sie zu formulieren. In der Praxis zeigt sich regelmäßig: Wenn ein Entscheidungsfeld klar ist, wird das zweite leichter und das Team lernt, wie Klarheit sich anfühlt.

Wie ordnen Sie Ihre Organisation bei dem Test ein? Wir freuen uns auf Austausch dazu.

 
 
 

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